Am 11.Mai 2013 fuhr ich zum Mopedtreffen nach Wietze. Dort veranstalteten die Mopedfreunde aus dem Zuendappforum ein Treffen. Viele Besucher waren mit ihren Mopds angereist. Besonders zu erwähnen wären hier, neben den vielen schönen Mopeds, vor allem die zwei Prototypen.

 

 

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Da ich mich auf das filmen konzentrierte sind die hier gezeigten Bilder von Franx und Henning, die mir freundlicher Weise zur Verfügung gestellt wurden. Weitere Bilder auch unter:

http://www.smokeville.de

http://www.zuendapp-wees.de

 

 

Bericht aus der Celleschen Zeitung

WIETZE. Seine Zündapp KS160 Sport ist ein Prototyp, die Zweizylinder-Maschine gibt es nur einmal auf der Welt, Schiffler hat sie selber vor zwei Jahren in seiner Werkstatt gebaut. „Ich hatte einen Haufen Teile, die beschädigt waren“, sagte der gelernte Werkzeugmacher. Vorher traf er Absprachen mit dem TÜV, so gab es nach einem Jahr Bauzeit keine Probleme mit Abnahme und Zulassung.

Mit 16 fuhr Schiffler sein erstes Moped – eine Zündapp. Heute, 42 Jahre später, hat er 20 Zündapp zu Hause stehen, alle restauriert, die meisten zugelassen. Vertreten sind die Baujahre 1967 bis 1985, obwohl Zündapp schon 1984 Konkurs anmeldete. „Die letzten gebauten Maschinen hatten schon die Änderungen des Modelljahrs 1985“, erläuterte Schiffler. Seine Söhne Thomas, 28 Jahre alt, und Andreas (22) hat er auch infiziert, der jüngste hat inzwischen selber drei Zündapp. Was damals gut 2000 DM kostete, muss heute in gut restauriertem Zustand mit 7000 bis 8000 Euro bezahlt werden.

Die Japaner drängten mit ihren Mopeds in den 1980er Jahren auf den europäischen Markt, die deutschen Hersteller Kreidler, Zündapp und Hercules machten Pleite. Dass dennoch heute, 30 Jahre später, so viele Maschinen aus deutscher Produktion zu finden sind, liegt daran, dass man mit Rat und Tat hilft, Teile tauscht und es noch immer Scheunenfunde gibt. „Der dümmste Bauer weiß heute, was ein altes Moped kostet“, sagte scherzhaft Jürgen Bruns, der das bereits siebte Treffen in Wietze organisierte, zu dem rund 120 Maschinen kamen. Reihum trifft sich die Szene im Saarland, in Niederbayern und in Wietze, außerdem gibt es kleinere regionale Treffen.

Auch Bruns fuhr mit 16 sein erstes Moped. „Die Maschine habe ich noch“, sagt der 50-Jährige. Eigentlich fahre er Hercules, am Sonnabend gönnte er sich die Tour mit einer Zündapp. Die Moped-Anhänger folgen zwei unterschiedlichen Philosophien. Während die einen ihre Maschine im Originalzustand halten, wie sie aus dem Werk kam, lassen die anderen jahrzehntelange Gebrauchsspuren durchaus zu. Für die einen ist eine Delle im Tank ein Drama, für die anderen ein Ärgernis.

Die Ausfahrt am Sonnabend führte von Wietze über Südwinsen, Oldau und Ovelgönne zurück zum Hundesplatz, wo das Treffen stattfand. Mit dabei waren auch andere Marken wie Simson aus der DDR oder Puch oder ein paar Japaner. Und mit dabei war Schiffler mit seinem Eigenbau, 120 Kilometer schnell mit 16,5 PS. „Man schont sie nicht, da wird man frech“, sagte er, bevor es losging.

 

Dirks Prototyp der Zündapp GS 125 Typ BW, die für die Bundeswehr in Serie gebaut werden sollten. Hier existieren nur noch zwei weitere Exemplare.